Unternehmenswert psychische Gesundheit – wie wollen wir zukünftig miteinander arbeiten?

“Unternehmenswert psychische Gesundheit – wie wollen wir zukünftig miteinander arbeiten?” – Unter diesem Titel fand am 16. Mai 2017 eine gemeinsame Veranstaltung des ZBFS – Integrationsamtes und der IHK Nürnberg für Mittelfranken statt.

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Der mit über 80 Personen voll besetzte Saal zeigt, dass das Thema psychische Gesundheit ein Anliegen ist, dass auch im betrieblichen Alltag von Relevanz ist. Psychische Störungen verursachen laut DAK Gesundheitsreport 2017 nach den Muskel- und Skeletterkrankungen die meisten Fehltage unter den Beschäftigten, mit einem Anteil von 17 Prozent. Durchschnittlich fehlen Beschäftigte bei psychischen Erkrankungen 38 Tage. Pro Mitarbeiter hat sich seit 1997 die Zahl der Fehltage aufgrund psychischer Erkrankungen mehr als verdreifacht auf nun durchschnittlich 2,5 Tage im Jahr. Mit diesen Zahlen untermauerte Harald Leupold, Vizepräsident der IHK Nürnberg für Mittelfranken, in seiner Begrüßungsrede die Brisanz des Veranstaltungsthemas. In Zeiten des Fachkräftemangels gewinne auch die psychische Gesundheit der Beschäftigten für Unternehmen immer mehr an Wert.

Anschließend stellte Moderator Heinrich Moethe betroffene Arbeitnehmer und Unternehmen vor, die anschaulich von ihren ganz persönlichen Erfahrungen berichteten. Ergänzt wurde die Runde mit Experten zum Thema psychische Gesundheit im Betrieb.
Rücksichtnahme auf die Belange psychisch erkrankter Mitarbeiter, sie aber keinesfalls in Watte zu packen, mit diesen Worten beschreibt ein Betroffener seinen Wunsch
an Arbeitgeber, Personalverantwortliche und Kollegen. Transparenz, Offenheit und ein möglichst passgenauer Zuschnitt der Tätigkeiten auf die individuellen Fähigkeiten eines erkrankten Mitarbeiters sind die Schlüssel für eine gelungene Wiedereingliederung, so die für das Betriebliche Eingliederungsmanagement verantwortliche Mitarbeiterin eines Nürnberger Callcenters. Flexible Pausenzeiten und variable Arbeitsmengen halfen dort eine 60-jährige psychisch beeinträchtigte Mitarbeiterin neu einzustellen und dauerhaft einzugliedern.

In verschiedenen Arbeitsgruppen sammelten die Teilnehmenden der Veranstaltung zusammen mit den Experten Erfahrungen, Standpunkte und Ideen zur Umsetzung in der Praxis. In kurzer Zeit konnte so eine große Vielfalt von Beiträgen gesammelt und an Pinnwänden visualisiert werden.

Schließlich folgte noch eine Beratungsmesse mit Ständen des ZBFS – Integrationsamtes, der IHK Nürnberg für Mittelfranken, des Integrationsfachdienstes, der Arbeitsagentur und des Jobcenters, sowie der Rentenversicherung und des BFW an denen sich die Unternehmensvertreter informieren und beraten lassen konnten.

Die IHK Nürnberg für Mittelfranken hat mit dem Programm „Implementierung von Inklusionskompetenz bei Kammern“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ein Beratungs- und Informationsangebot rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung – und dazu zählen auch psychische Beeinträchtigungen – geschaffen. Über das Portal www.inklusion-mittelfranken.de können Sie sich informieren und werden zu weiterführenden Angeboten verlinkt. Darüber hinaus steht Ihnen unsere Inklusionsberaterin Frau Didion gerne zur Verfügung – telefonisch oder auch bei einem Besuch in Ihrem Betrieb.

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